Gedenkstätten für ...

... Schützenkompanie, Musikkapelle und Trachtenverein am Tummelplatz in Amras

Der im Wald oberhalb von Schloss Ambras liegende Tummelplatz ist heute eine Gedächtnisstätte für gefallene Soldaten der beiden Weltkriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945. Nur wenige wissen, dass auf dem nunmehrigen Ort der Besinnung und des Gedenkens, einst der Belustigung der Ambraser Schlossbewohner dienend, tatsächlich gefallene Soldaten beigesetzt wurden. In den Kriegsjahren 1797, 1799, 1801 und 1805/1806 war das Schloss Ambras Feldspital. Die dort verstorbenen Soldaten, auch solche aus den alten habsburgischen Erbländern, 928 an der Zahl, wurden 1797 – 1806 am Tummelplatz beigesetzt. Ebenso im Innsbrucker Garnisonsspital verstorbene Soldaten der Jahre 1848 und 1856. Im Jahre 1809, der Erhebung des Landes Tirol gegen die bayrische Besatzung, wurden auf dem Tummelplatz die Landesverteidiger, die bei den Kämpfen in der Gegend von Amras, am Paschberg und Bergisel gefallen waren bestattet. Auch dem Freiheitskämpfer und Getreuen Andreas Hofers Kajetan Sweth konnte im Gedenkjahr 2009 hier ein Denkmal gesetzt werden. Viele Traditionsverbände und Vereine haben am Tummelplatz im Laufe seines Bestehens als Landesgedächtnisstätte Denkmäler in Erinnerung an ihre Gefallenen der zwei Weltkriege errichtet; nun auch im Einvernehmen mit dem Verwaltungs- und Betreuungsverein und mit Förderung desselben, die Schützenkompanie, die Musikkapelle und der Trachtenverein von Amras. Am Freitag, den 21. Oktober 2016 wurden diese mit einem Festakt feierlich gesegnet. Musikalisch wurde die Feier von einem Quintett der Musikkapelle Amras gestaltet. Der religiösen Teil und die Segnung der Kreuze wurde vom Subprior des Stiftes Wilten Schützenkurat Nikolaus Albrecht durchgeführt. An allen drei Kreuzen, welche von Jungschützen und Jungtrachtlern mit Fackeln flankiert waren, wurden mit dem „Lied vom guten Kameraden“ Kränze niedergelegt. Es folgten eine exakt abgefeuerte Ehrensalve der Schützenkompanie Amras und der von Hornisten geblasene Zapfenstreich. Abschließend hielt der Obmann des Betreuungsvereins Hans Zimmermann eine kurze Ansprache, in der er den Initiatoren der neuen Denkmäler und den zahlreichen, zur Feier Erschienenen dankte. Während die Kreuze von Musikkapelle und Trachtenverein traditionell gestaltet sind, hat die Schützenkompanie eine moderne Variante aus Cortenstahl gewählt, ganz bewusst in Anlehnung an die Gestaltung der Kreuze, welche voriges Jahr von den Schützenbünden des Landes Tirol an rund 70 Punkten entlang der ehemaligen Dolomitenfront des 1. Weltkrieges errichtet wurden. Das Kreuz wurde vom Schützenkameraden Stefan Marthe hergestellt, dem wir dafür herzlich danken. Nach der Feier am Tummelplatz rückten die teilnehmenden Vereine ins Hotel Charlotte in Amras ein, wo ein Unterhaltungsabend unter Mitwirkung des Trachtenvereins „Die Amraser“ und den „Fidelen Amrasern“ stattfand und bei dem einige Festmeter Holz, welche bei einer Schlägerung auf einer Teilfläche des Tummelplatzes angefallen waren, versteigert wurden. Der Erlös wird für die laufenden Restaurierungsarbeiten verwendet. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. 

 Fotos von Herbert Edenhauser