Eröffnung der Autobahn-Einhausung Amras

Der größte Teil der Amraser konnte endlich aufatmen. Mit der Einweihung und Eröffnung der zweiten Tunnelröhre der Autobahn-Einhausung Amras wurde der wichtigste Schlusspunkt zu dem seit über dreißigjährigen Kampf zur Verminderung des Verkehrslärms in Amras und bis weit nach Pradl hinein gesetzt werden.
Die entscheidende Initialzündung zur Lösung des Problems hatte wohl Oliver Schuh mit Hilfe des Transitforums Tirol unter Fritz Gurgiser gesetzt. Die verstorbene Bügermeisterin Hilde Zach konnte von der Dringlichkeit des Anliegens ebenso überzeugt werden wie der damalige Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa (Detail am Rande: das Land Tirol hat sich lange Zeit geweigert die Einhausung mitzufinanzieren – die Zusage des Landeshauptmanns wurde erst bei einem persönlichen Gespräch mit einer Amraser Delegation beim Schützenjahrtag 2006 erreicht).
Mit gemeinsamen Kräften gelang es, dem Bund bzw. der ASFINAG den Baubeschluss für die Einhausung abzuringen; nicht ohne auch Geld in die Hand zu nehmen, denn sowohl die Stadt Innsbruck als auch das Land Tirol haben einen Teil der Baumaßnahme zu finanziert.

Im Mai 2009 wurde mit dem Bau der 910 m langen Tunnelröhren begonnen. 59,4 Millionen EURO kostet das gesamte Bauwerk, wovon das Land und die Stadt jeweils 2,7 Millionen beitrugen.

So wurde der 2. Dezember 2011 ein Freudentag für Amras, bei dem zusätzlich zu den Vertretern von Bund, Land und Stadt sowie der ASFINAG, der ausführenden Firmen und weiteren geladenen Personen auch die Musikkapelle und die Schützenkompanie von Amras anwesend waren.

Beim Landesüblichen Empfang meldete Hauptmann Herbert Schuh dem Landeshauptmann Günther Platter die angetretene Formation, worauf dieser gemeinsam mit Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer und ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois Schedl die Front abschritten. Die eindrucksvolle Ehrensalve der Schützenkompanie löste Alarm aus und konnte damit unter Beweis stellen, dass die Sicherheitseinrichtungen der Tunnelanlage funktionieren.
Bei den nachfolgenden Reden meinte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer: „Das, was hier geschaffen wurde, bringt sowohl für Amras als auch für die Stadt Innsbruck eine massive Steigerung der Lebensqualität mit sich“, betonte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer die Bedeutung des Großprojektes. „Es ist dies ein Verdienst der Anrainerinnen und Anrainer, die jahrelang für diese Einhausung gekämpft haben, aber auch meiner Amtsvorgängerin Hilde Zach, die immer ebenso konsequent die Wichtigkeit des Projektes unterstrich und damit den Weg bereitet hat.“ Die Bürgermeisterin verwies darüber hinaus auf die zukünftigen Naherholungsflächen auf der Einhausung, „die einen zusätzlichen Mehrwert für die Innsbrucker Bevölkerung darstellen werden.“
„Tirol ist ein Transitland und nachdem 40 Jahre lang der gesamte europäische Nord-Süd-Verkehr mitten durch das Dorf Amras gefahren ist, war die Realisierung des Projektes und damit die Lärm- und Gesundheitsentlastung der Bevölkerung eine unbestreitbare Notwendigkeit“, so Landeshauptmann Günther Platter.
Auch ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois Schedl betonte die ökologische Notwendigkeit der Einhausung: „Mit knapp 70.000 Fahrzeugen im Durchschnitt pro Tag weist dieser Autobahnabschnitt die höchste Verkehrsfrequenz in ganz Tirol auf. Die ASFINAG bekennt sich zu ihrer ökologischen Verantwortung. Im Zentrum unserer Planungen steht stets der optimale Schutz von Mensch und Umwelt.“

Die Einweihung der Verkehrsanlage nahmen Ortspfarrer Patrick Busskamp sowie der evangelische Pfarrer Lars Müller-Marienburg vor.

Gott sei Dank ist nun für die meisten Amraser der Verkehrslärm gebannt und sie können auch in der Nacht wieder die Fenster öffnen.