Vortrags- und Diskussionsabend „Glaube und Heimat“ in Amras

 

Bei der Vortragsreihe „Glaube und Heimat“ welche anlässlich des Gedenkjahres 2009 über Initiative des Bundes der Tiroler Schützenkompanien und der Diözese Innsbruck sowie der Erzdiözese Salzburg im gesamten Bundesland Tirol durchgeführt wird, wollte auch die Schützenkompanie Amras nicht untätig bleiben.
Unter kräftiger Mitwirkung des Katholischen Bildungswerkes Tirol wurde für die geplante Veranstaltung mit Univ.-Prof. Dr. Roman Siebenrock von der Theologischen Fakultät Innsbruck ein überaus kompetenter Referent gewonnen.
So konnten die Amraser Schützen gemeinsam mit der Pfarre Amras am Mittwoch, dem 27. Mai 2009 zum Vortrags- und Diskussionsabend mit dem Titel „Was mir die Frömmigkeit zum Hl. Herzen Jesu bedeutet“ in den Gemeindesaal von Amras einladen, der zur großen Freude der Veranstalter großen Anklang gefunden hat. Waren doch rund hundert interessierte Teilnehmer gekommen. Neben vielen Amrasern haben auch Mitglieder anderer Innsbrucker Schützenkompanien teilgenommen. Unter den Gästen waren unter Anderen Bataillonskommandant Major Erich Enzinger, Bataillons-Jungschützenbetreuerin Maria Luise Feichter sowie die kritischen Historiker  Univ.-Prof. Dr. Franz-Heinz Hye und Univ.-Doz. Dr. Meinrad Pizzinini. 
Prof. Siebenrock stellte in seinem lebendig und volksnah gehaltenen Vortrag die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor und um das Schicksalsjahr 1809 dar und schilderte die Geschehnisse im Jahr 1809 bis zu seiner Erschießung am 20. Februar 1810 in Mantua anhand des Lebens Andreas Hofers. Andreas Hofer, der sich nie in eine Aufgabe gedrängt hat und trotzdem aus reinem Pflichtgefühl und aus ehrlicher Überzeugung, ohne jemals einen Vorteil für sich selbst daraus zu ziehen, sich der Aufgabe gestellt hat. Der Referent verschweigt auch nicht seine letztendlich heillose Überforderung und sein Scheitern. Trotz aller Gewissenszwänge und Zweifel war er als gläubiger Mensch zum Schluss mit sich und der Welt im Reinen. Der italienische Priester, der Andreas Hofer in Mantua bis zur Hinrichtung begleitet hat, berichtet, dass er wie ein Märtyrer gestorben ist.
In einem zweiten Teil stellte ein junger Amraser, Sebastian Pressl, seine fachübergreifende Maturaarbeit vor, in der er untersucht hat, wie die Jugend – befragt wurden Schüler des Gymnasiums Reithmannstraße – über die historischen Ereignisse 1809 denkt. Diese war nicht nur exzellent vorbereitet und vorgetragen, sondern brachte auch einige überraschende Ergebnisse. Kurz gesagt ist das tatsächliche Wissen um die Ereignisse um 1809, besonders in der Oberstufe, erschreckend gering, von einer überwältigenden Mehrheit wird jedoch Andreas Hofer als eine für Tirol historisch wichtige Persönlichkeit gesehen.
Im dritten Teil widmete sich Prof. Siebenrock der Entstehung und dem Inhalt der Herz-Jesu-Verehrung und des Herz-Jesu-Gelöbnisses, welches die Tiroler Landstände 1796 angesichts der drohenden Kriegsgefahr beschlossen hatten.
In seiner Betrachtung über sein persönliches Herz-Jesu-Verständnis strich er besonders die Liebe Jesu Christi hervor, der wir angehalten sind, nachzueifern und zitierte dabei Antoine de Saint-Exuperie, der den Fuchs zu seinem kleinen Prinzen als wichtigstes Lebensgeheimnis sagen lässt: „… man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Eine wunderbare Essenz des Herz-Jesu-Geheimnisses!
Am Schluss wurde der letzte Brief Andreas Hofers vor der Hinrichtung an seinen Bruder vorgelesen, der ein eindrucksvolles Dokument des Glaubens und der menschlichen Größe darstellt.
Der beeindruckende Vortragsabend wurde mit der Landeshymne, welche ein Quartett der Amraser Musikkapelle intoniert hat, abgeschlossen.