Erzherzog Ferdinand II. - 450 Jahre Tiroler Landesfürst


Am 17. Jänner 1567, also vor 450 Jahren, wurde der neue Landesfürst Erzherzog Ferdinand in Innsbruck von der Bevölkerung begeistert empfangen. Das ganze Jahr 2017 wird daher mit vielen Veranstaltungen im Zeichen dieses Jubiläums sein, welche die europäische Dimension dieses bedeutenden Habsburger Fürsten in allen Facetten dokumentieren werden. Das Kernstück des Jubiläumsjahres ist die internationale Ausstellung „Ferdinand II. - 450 Jahre Tiroler Landesfürst“ auf Schloss Ambras, welche am Mittwoch, den 14. Juni 2017 feierlich eröffnet wurde und bis zum 18. Oktober 2017 dauern wird. Sie wird später auch in Prag, wo Erzherzog Ferdinand, bevor er Landesfürst von Tirol und den Österreichischen Vorlanden wurde, als Statthalter des Königreiches Böhmen für seinen Vater Ferdinand eingesetzt war. Im Rahmen des Festaktes zur Ausstellungseröffnung fand auch ein Landesüblicher Empfang statt, den die Schützenkompanie, gemeinsam mit der Musikkapelle Amras gestalten durfte. Der Festredner, Karl Fürst Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der Tschechischen Republik, der wesentlich zur Entstehung der Ausstellung beigetragen hat, verspätete sich im Verkehrsstau, so dass die Ehrengäste und die angetretene Ehrenformation in glühender Hitze mit dem Beginn warten mussten. Die Musikkapelle Amras verkürzte die Wartezeit mit einem Konzert Österreichischer Märsche. Endlich war es so weit. Die Trompetensignale erklangen und der Landesübliche Empfang begann mit der Meldung durch Bataillonskommandant Helmuth Paolazzi an Landeshauptmann Günther Platter, dem Abspielen der Landeshymne und dem Abschreiten der Front; die Schützenkompanie Amras, unter dem Kommando von Hauptmann Alexander Stampfer schoss eine ausgezeichnete Ehrensalve und während die Marketenderinnen die Ehrengäste mit dem traditionellen „Schnapsl“ labten, überreichten Amraser Jungschützenmädchen der Landesrätin Beate Palfrader, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und der Hausherrin, der Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, Dr. Sabine Haag Blumensträuße. Nach dem Abmarsch von Schützen und Musik begaben sich die Ehrengäste in den „Spanischen Saal“, wo mit einem erlesenen Rahmenprogramm der Festakt stattfand. Der Schützenkompanie Amras ist die Mitwirkung an diesem Festakt nicht nur eine große Ehre, sondern eine historische Verpflichtung, da das Schloss Ambras und die Regierungszeit Erzherzog Ferdinands II. ursächlich mit dem Bestand der Amraser Schützen zusammenhängt. Nach altüberkommener Weise waren bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Gerichte verpflichtet, eine festgelegte Zahl an Wehrfähigen zur Landesverteidigung zu stellen. Bis 1807 bestand, innerhalb des Landgerichtes Sonnenburg, das Probsteigericht Amras, bestehend aus den Gemeinden Amras-Pradl, Aldrans und Ellbögen, welches als Niedergericht genau so der Stellungspflicht unterlag. Von der Reformierung der Zuzugsordnung unter Erzherzog Maximilian III. im Jahr 1605 existiert eine namentliche Aufstellung der Amraser Aufgebotsmannschaft. Im Jahr 2001 entdeckte der Historiker Univ. Prof. Dr. Franz Heinz Hye, Ehrenleutnant der Schützenkompanie Amras, der voriges Jahr verstorben ist, eine Inventarliste aus dem Jahr 1577. Nach dem Studium derselben, war ihm völlig klar, dass die aufgezählten Waffen weder mit der berühmten Waffensammlung, noch mit Waffen zur Verteidigung des Schlosses zu tun hatten, sondern eindeutig der Ausrüstung des Amraser Aufgebotes gedient hatten. Bereits 1564 begann ein großzügiger Umbau von Ambras in mehreren Etappen zum prachtvollen Renaissanceschloss. 1570 bis 1572 wurde der so genannte Spanische Saal errichtet.  Im Untergeschoß des Spanischen Saals war die Waffenkammer, seit dem 19. Jahrhundert „Bauernrüstkammer“ genannt, wo die Ausrüstung für die Amraser Schützen untergebracht war. Seit dieser Entdeckung nennt die Schützenkompanie Amras das Jahr 1577 als Jahr des gesicherten Bestandes.

Bilder: Das erste Bild ist das Signet der Ausstellung und wird der Presse bereitgestellt; es muss unbedingt mit dem Vermerk © KHM – Museumsverband versehen sein.
Alle übrigen Bilder stammen von Hans Gregoritsch.