Verwaltungs- und Betreuungsverein der Landesgedächtnisstätte Tummelplatz Amras-Innsbruck

Obmann:
Hans Zimmermann

Kontaktadresse:
6020 Innsbruck, Kirchsteig 15
Telefon: +43(0)664 1064898
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Webseite: www.tummelplatz-amras.at

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Die Kapelle am Tummelplatz

Aktivitäten
Erhaltung und Pflege der Gedenkstätten und der Kapellen
(Laufend Rasenpflege, Restaurierung der Kreuze, Setzen von Sträuchern)
Maiandachten
Juni – Herz Jesu-Messe
September – Patrozinium
November - Seelensonntag
24. Dezember, 16 Uhr – Andacht

Ziele
Erhaltung und Pflege der Anlage,
Bewusstseinsbildung insofern, da man bei näherer Betrachtung der
Kreuzinschriften feststellt, dass durchwegs junge Menschen
umgekommen sind.

Geschichte

Der Tummelplatz war ursprünglich den Ambraser Schlossbewohnern für Belustigungen und Zuritt der Reitpferde vorbehalten.
Hier ruhen in Gottes Frieden 928 Soldaten der Kriegsjahre 1797, 1799, 1801 und 1805/1806, die im Feldspital Schloss Ambras an ihren Verwundungen und Krankheiten starben, und 5 Frauen, die im Spital Pflegedienste versahen.
Im Befreiungsjahr 1809, der Erhebung Tirols gegen die bayerische Besatzung, wurden auf dem Tummelplatz auch die bei den Kämpfen in der Gegend von Amras, am Paschberg und Berg Isel gefallenen Landesverteidiger bestattet.
In den Jahren 1856 sind letztmals noch im Waldfriedhof die im Innsbrucker Garnisonsspital verstorbenen Soldaten beigesetzt worden.
Der Gemeindevorsteher von Amras Johann Georg Sokopf ließ 1799 im Gelände ein Holzkreuz aufstellen, um den frommen Besuchern anzuzeigen, dass der Tummelplatz ein Friedhof ist.
Vom Jahre 1866 an, im Ersten Weltkrieg 1914/1918 während und nach dem zweiten Weltkrieg setzten Angehörige, Vereine, Studentenverbindungen, Kongregationen und ehemalige Kriegsteilnehmer für die in fernen Ländern Gefallenen und in fremder Erde ruhenden zahlreiche Grabkreuze und Denkmäler, die uns an die Sinnlosigkeit der grausamen Kriege mahnen sollen.
Neue Kreuzkapelle 1897, Lourdeskapelle 1884 und Kaiserschützenkapelle 1922 erbaut.
(Text: Univ.Prof. Dr. Fritz Steinegger)


Gedenkstätte für die gefallen Landesverteidiger 1809 am Tummelplatz in Amras

Der im Wald oberhalb von Amras liegende Tummelplatz ist heute in erster Linie Gedächtnisstätte für gefallene Soldaten der beiden Weltkriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945. Nur wenige wissen, dass auf dem nunmehrigen Ort der Besinnung und des Gedenkens, einst der Belustigung der Ambraser Schlossbewohner dienend, tatsächlich gefallene Soldaten beigesetzt wurden. In den Kriegsjahren 1797, 1799, 1801 und 1805/1806 war das Schloss Ambras Feldspital. Die dort verstorbenen Soldaten, auch solche aus den alten habsburgischen Erbländern, 928 an der Zahl, wurden 1797 – 1806 am Tummelplatz beigesetzt. Ebenso im Innsbrucker Garnisonsspital verstorbene Soldaten der Jahre 1848 und 1856.
Im Jahre 1809, der Erhebung des Landes Tirol gegen die bayrische Besatzung, wurden auf dem Tummelplatz die Landesverteidiger, die bei den Kämpfen in der Gegend von Amras, am Paschberg und Bergisel gefallen waren bestattet.
Schon seit Jahren war es der Wunsch des Betreuungsvereines Tummelplatz, für die dort beerdigten Tiroler Landesverteidiger eine Gedenkstätte zu schaffen. Über Veranlassung von Vizebürgermeister HR DI Eugen Sprenger hat die städtische Friedhofsverwaltung den Betreuungsverein aufmerksam gemacht, dass sich im Depot der Grabstein des treuen Kampfgefährten Andreas Hofers Kajetan Sweth befände und ob am Tummelplatz dafür Verwendung sei. 
Der am 18. August 1885 in Graz geborene Kajetan Sweth hatte ein turbulentes und aufs Äußerste berührendes Lebensschicksal welches ihn in den Jahren der bayrischen Besatzung nach Tirol führte und wo er zum Mitkämpfer und Getreuesten aller Getreuen Andreas Hofers wurde, der ihm bis zu seinem Tod in Mantua nicht von der Seite wich. Von vielen Unbilden verfolgt, fand Kajetan Sweth doch noch sein Glück und schloss als hoch geachteter Mann am 21. März 1864 in Innsbruck seine Augen für immer.
Der innigste Wunsch Sweths, neben Andreas Hofers Grab seine letzte Ruhestätte zu finden, blieb damals aus einem heute nicht mehr erklärlichen Grunde unerfüllt. Erst anlässlich der 25-Jahr-Feier des Bundes der Tiroler Schützenkompanien im Jahre 1975 wurden die sterblichen Überreste am Westfriedhof zu Innsbruck exhumiert und von den Schützen am 20. Februar des gleichen Jahres beim feierlichen Gedächtnisgottesdienst in der Hofkirche an der Seite Andreas Hofers beigesetzt. Die Grabstätte am Westfriedhof wurde aufgelöst und der Grabstein wanderte ins Depot.
Gerne nahm der Betreuungsverein Tummelplatz das Angebot der Stadt Innsbruck an und ließ den Grabstein von Kajetan Sweth am Waldfriedhof aufstellen. Der Obmann des Betreuungsvereines Ernst Busse, der seit über dreißig Jahren Mitglied der Schützenkompanie Amras ist, gab dem Bund der Tiroler Schützenkompanien die Anregung, durch die Anbringung einer Inschrift, hier eine Gedenkstätte für alle hier beerdigten Landesverteidiger von 1809 eine bleibende Gedenkstätte zu schaffen. Worauf die Bundesleitung einstimmig den diesbezüglichen Beschluss fasste und umgehend den Auftrag zur Herstellung und Montage einer Gedenktafel gab. Nun ist auch diese Bronzetafel mit der Aufschrift: „Im Andenken an die gefallenen Freiheitskämpfer 1809 Bund der Tiroler Schützenkompanien 2009“ montiert.
Endlich wurde damit im Gedenkjahr am Tummelplatz eine würdige Gedächtnisstätte für die Tiroler Landesverteidiger von 1809 geschaffen. 

Gedenkstein

Kajetan Sweth

Quellenhinweise und Nachbemerkungen:
Die historischen Daten dieses Berichtes wurden dem Büchlein „200 Jahre Tummelplatz in Amras 1797 – 1997, 40 Jahre Verwaltungs- und Betreuungsverein Tummelplatz Innsbruck – Amras 1957 – 1997“ von Univ.-Professor Hofrat Dr. Fritz Steinegger (+ 2009)  sowie dem Aufsatz „Die Geschichte eines Getreuen“ von Fritz Sollereder, Tiroler Heimatblätter, 60. Jahrgang, Heft 1/1985, S. 18 – 28, entnommen. Dieser interessante Aufsatz über den berührenden Lebensweg Kajetan Sweths  ist im Internet unter www.sagen.at/doku/Andreas_Hofer/Kajetan_Sweth.html nachzulesen. Aus dieser Dokumentation stammt auch die Repro des Bildes von Kajetan Sweth. Der 1994 verstorbene Fritz Sollereder war Ehren-Oberleutnant der Schützenkompanie Wilten.



Vorstand


Obmann:
Hans Zimmermann

Obmann-Stv.:

Rene Geiger

Schriftführer:
Sigrid Zimmermann

Schriftführer-Stv.:

Herbert Edenhauser

Kassier:
Stephan Wegscheider

Kassier-Stv.:
ÖK-Rat Karl Klotz

Vorstandsmitglieder:
Hochwürden Mag. Patrick Busskamp
GR Christian Hager
Mj. Josef Haidegger
GR Franz Hitzl
Josef Oberhuber
Gottfried Schapfl
Ing. Hans Stolz
Andrea Schapfl
DDR. Lukas Morscher
Bernhard Egger
Dietmar Herskovits
Mag. Ludwig Klotz
  

Kassenrevisoren:
Julius Troniarsky
Ing. Karl Ullmann

Ehrenobmann:
Walter Sonnweber

Ehrenmitglieder:
ÖK-Rat Karl Klotz
Ernst Busse

Fotos

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